Digitale Demenz

Samstag mal nach langer Zeit wieder in Erlangen gebummelt und bei der Buchhandlung Rupprecht das Veranstaltungsbooklet 2012/13 mitgenommen. Vortrag von Manfred Spitzer gesehen, den ich allerdings verpasst habe. Ruckzuck das Buch auf Amazon reserviert, und einige Beurteilungen von anderen Lesern überflogen. Dabei auf folgende, nachstehende gestossen…:


Denn, so sagt er, man kann sich wehren gegen eine Tendenz. Seine Ratschläge, wie man sich gegen die digitale Demenz wehren kann, erinnern mich doch sehr an die Wege von spirituellen Lehrern:

* man soll sich gesund ernähren
* man soll sich täglich mindestens eine halbe Stunde bewegen
* man soll weniger in Gedanken sein als im Hier und Jetzt
* man soll sich nur Dinge vornehmen, die machbar sind
* man soll anderen helfen, selbstlos und ohne finanzielle Interessen
* mit Geld wird man nicht glücklich. Man soll es lieber für Ereignisse aus geben als für Sachen
* man soll gelegentlich bewusst Musik hören und auch singen
* man soll lächeln und damit seine für guten Gefühle zuständige Gehirnareale unterstützen
* man soll aktiv sein und Hindernisse aus dem Weg räumen
* man soll sein Leben vereinfachen, wo es nur geht
* statt mit Freunden auf Facebook zu chatten, gehen Sie einmal mit realen Freunden essen
* man soll mit allen Sinnen viel Zeit in der freien Natur verbringen, erst recht dann, wenn man Kinder hat
* man soll, wo es nur geht, die digitalen Medien meiden, vor allem die Kinder

Manche dieser Ratschläge sind so alt wie die spirituellen Traditionen der Menschheit, andere hören sich für junge Menschen an wie Tipps aus einer anderen Welt. Sagen Sie einmal einem jungen (Anmerkung TK… Auch „älteren“ und dann die verbale Watsch´n kassieren) Menschen, er soll nicht dauernd an seinem iPhone rumfummeln.

Dennoch und bei aller Kritik: das was Spitzer da in seinem Buch an die Wand malt an Szenarien, ist zu Teilen schon Realität geworden. In meinem persönlichen Umfeld mehren sich Begegnungen und Erfahrungen, wo ich Menschen treffe, die etwa im Verein beim geselligen Beisammensein neben mir sitzen, aber zu keinem wirklichen Kontakt fähig sind, weil sie dauernd mit ihren Mails etc. beschäftigt sind (Anmerkung TK… oder bei einer Faschingsveranstaltung ihr Facebook, Whatsapp ständig im Auge haben, während vorne auf der Bühne der örtliche Narrenverein sich richtig Mühe gibt) Und ich erlebe immer öfter Zeugnisse eines erschreckenden Niedergangs der schriftlichen Kultur. Menschen können keine richtigen und vor allen Dingen vollständigen Sätze mehr formulieren, wie die Steinzeitmenschen kommunizieren sie über Zeichen, die sie in ihre rudimentären schriftlichen Zeugnisse einbauen, von der Rechtschreibung einmal ganz zu schweigen. (Anmerkung TK… und dies lässt sich nicht nur bei 14jährigen beobachten, sondern auch bei Mitzwanzigern, die in Lohn und Brot stehen und täglich per eMail mit Kunden und Lieferanten kommunizieren müssen).

Fazit TK nach mehren Leserbemerkungen, ABER ohne das Buch gelesen zu haben…: Keine Angst machen lassen. Medien macht nicht dick, Medien machen nicht dumm. Medien gehörten zu unserem Leben, und zum Leben unserer Kinder wie Messer, Gabel, Bobbycar, Fahrrad und Inlineskates… Wie bei vielen Phänomenen in unserer heutigen Zeit muss man(n) den Umgang damit lernen, man muss sich mit dem Thema auseinandersetzen und keinesfalls abschotten oder eine generelle Verteufelung an die Wand malen.

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