hallo, vicky! hier heisst sogar eine apotheke wie du… und diesmal sogar mit „c“ geschrieben….th.

hallo, vicky! hier heisst sogar eine apotheke wie du… und diesmal sogar mit „c“ geschrieben….th.

die wir kennen…in Zürich….gesehen von Alina und Chiara für die Tante Diana…


Die schwierigste Situation ist nach dem Ende des Jakobswegs, wenn ich wieder in den Alltag zurückkomme. Es hat nichts geändert, die Familie nicht, das berufliche und soziale Umfeld nicht. Gut, ich habe im Vorfeld der Wanderung es nicht an die grosse Glocke gehängt, dass ich mal für fast 5 Wochen weg bin, aber nach meiner Rückkehr zeigten nur wenige bis gar keine Menschen echtes Interesse nachzufragen oder hatten die Energie, den Willen, den Mut nachzufragen. Schon zweimal nicht sich die 1250 Bilder anzuschauen. Das ist kein Vorwurf, nur eine Feststellung. 1250 Bilder sind schon ziemlich langatmig, gebe ich offen zu. Habe ich auch nicht wirklich erwartet, von diesem hohen Ross habe ich nicht mal herabsteigen müssen, weil ich es nie bestiegen habe. Wozu auch…? Es ist auch schwer für meine Mitmenschen meine Beweggründe für diese Auszeit, diese Abschaltphase, dieses selbstgewählte Alleinsein zu verstehen. Einige Ansätze gaben zwar Diskussionsgrundlagen, aber nie ein wirkliches Gespräch. Da hatte ich auf dem Camino mit wildfremden Menschen tiefgehendere Gespräche als hier zuhause. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese Art der Erfahrung schwer mitzuteilen ist und die Tatsache, dass sie über so eine lange Zeit wie fast 5 Wochen gemacht wurde – und noch darüber hinaus wirkt – und somit schwer vermittelbar ist.
Meinen Gedanken einige Freunde mit auf einen „halben Jakobsweg ab Leon nach Santiago“ 2009 mitzunehmen scheiterten aufgrund von Badrenovierungen, Angst laufen zu müssen, Angst schnarchende Bettnachbarn zu haben, Angst und Bedenken, nichts richtiges zu Essen zu bekommen, Angst vor so langen Zeit (keine zwei Wochen für 450 km) von zu Hause weg zu sein, Angst die Erlaubnis von seiner Lebensgefährtin nicht zu bekommen. Aber das macht alles nichts, denn der Jakobsweg ist jetzt 1000 Jahre da und sicherlich nochmal 1000 Jahre, somit habe ich alle Zeit der Welt zu warten, ob jemand mit gehen will oder nicht. Freuen würde ich mich in jedem Fall über den eine oder anderen Begleiter.
Es ist nicht einfach sich mit diesen Situationen abzufinden. Es ist und bleibt schwer nur einen kleinen Teil der Erfahrungen, Gedanken und Gefühle in den Alltag hinüber zu retten. Es hat sich in mir einiges geändert, was vielleicht nur ich erkenne, vielleicht andere auch, aber viele erkennen die Veränderungen nicht. So mein Gefühl.
Leider bin ich in Rabanal del Camino nur auf zwei Kaffee geblieben und weiter nach Foncebadon gelaufen. Erst einige Tage später habe ich in einem Gespräch gehört, dass man in Rabanal in einem Benediktinerkloster übernachten kann. Minderstens 3 Nächte bleiben soll, das Mönchsleben „mitmachen“ kann. Das Angebot der Mönche erstreckt sich über gemeinsames Essen, Messen besuchen. Ruhe finden und die Erfahrungen in sich aufnehmen ist ebenso ein Ziel wie seinem Körper eine Pause zu gönnen.
Einer der Mönche sagte zu meinem Gesprächspartner: Jeder Pilger ist ein Mensch, somit anders und somit ein Geheimnis für sich. Es ist wichtig Kontakt mit Gott zu suchen, das innere Leben ergründen und diese Erfahrung zu spüren.
In Foncebadon war Sonntag und die kleine Ortschaft ist sehr sehr übersichtlich (im Sinne von klein). Genügend Zeit sich Gedanken zu machen. Komme ich an was an, weiss aber nicht an was. Habe ich Geduld genug um abzuwarten, und wird es sich zeigen? Es ist sicherlich gut auf die Stimme des Herzens zu hören, auf die Intuition zu warten.
Später, viel später, bin ich froh nicht drei Tage in Rabanal verbracht zu haben. So wäre ich Germán in Ponferrara nicht mehr über den Weg gelaufen. Alles hat seinen Sinn, alles seine Bestimmung auf dem Camino, denke ich. Auch habe ich in der Herberge in Ponferrada Magnus von den Färöer-Insel wieder getroffen. Was habe ich verloren: Nichts, nur gewonnen. Zwei Freunde, weit weg, aber Dank eMail nur einen Mouseclick entfernt.